Bildformate im Archiv – TIFF, DNG, HEIC und JPEG

Die Wahl geeigneter Bildformate ist eine zentrale Grundlage für ein langfristig stabiles Bildarchiv. Unterschiedliche Formate erfüllen unterschiedliche Aufgaben – abhängig davon, ob es sich um Originaldaten, archivierte Masterdateien oder Veröffentlichungen handelt.

Dieser Artikel beschreibt die im Archiv eingesetzten Bildformate und erläutert, warum bestimmte Formate bewusst bevorzugt und andere konsequent vermieden werden.

Inhaltsverzeichnis

TIFF

TIFF wird für die dauerhafte Archivierung von Bildern aus Scannern verwendet. Zum Einsatz kommt eine verlustfreie LZW-Komprimierung.

Typische Einsatzszenarien:

  • Papierbilder mit mindestens 600 dpi
  • Negative und Dias mit mindestens 2400 dpi

TIFF ist offen dokumentiert, stabil und unterstützt die direkte Einbettung von Metadaten. Dadurch eignet sich das Format besonders für archivierte Masterdateien.

DNG

DNG wird zur dauerhaften Ablage digitaler Originalaufnahmen verwendet. Das Format wurde mit dem Ziel entwickelt, proprietäre RAW-Formate verschiedener Kamerahersteller zu vereinheitlichen.

Technisch handelt es sich um eine Erweiterung des TIFF-Formats, in dem neben den Bilddaten zusätzliche Metadaten eingebettet werden können.

DNG eignet sich insbesondere für:

  • digitale Originalaufnahmen
  • kameraspezifische Rohdaten
  • langfristige Sicherung von Sensordaten

Apple HEIC / HEIF

Das von Apple genutzte HEIC- bzw. HEIF-Format wird im Archiv nicht dauerhaft eingesetzt, sondern vor der Archivierung in andere Formate überführt.

Hintergrund ist, dass verschiedene Programme Metadaten nicht direkt in die Bilddatei schreiben, sondern stattdessen separate XMP-Dateien anlegen. Dadurch steigt das Risiko von Inkonsistenzen und Datenverlusten.

HEIF steht für High Efficiency Image File Format und wird von Apple für Fotos verwendet. Für Videos kommt HEVC (H.265) zum Einsatz. Beide Formate bieten eine hohe Kompression bei guter visueller Qualität, sind jedoch primär für Aufnahme und Nutzung, nicht für die Archivierung gedacht.

Apple ProRAW

Apple ProRAW wird auf unterstützten iPhone-Modellen genutzt und basiert technisch auf dem DNG-Format.

Damit lässt sich ProRAW in den bestehenden Archivworkflow integrieren, da:

  • es sich um ein offenes Containerformat handelt
  • Metadaten direkt eingebettet sind
  • keine zusätzlichen Sidecar-Dateien erforderlich sind

JPEG

JPEG-Dateien werden im Archiv ausschließlich für Veröffentlichungen verwendet. Sie dienen nicht als Archivformat.

Sonderformate wie JPEG oder PNG werden bewusst nicht für die dauerhafte Ablage eingesetzt, da sie verlustbehaftet sind und für archivische Zwecke keine ausreichende Basis darstellen.

Fazit

Ein stabiles Bildarchiv basiert auf einer klaren Trennung der Aufgaben einzelner Dateiformate. TIFF und DNG dienen als archivische Basisformate, während HEIC und JPEG primär für Aufnahme und Veröffentlichung vorgesehen sind. Diese bewusste Einschränkung reduziert Komplexität und erhöht die langfristige Verlässlichkeit des Archivs.

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt die im Archiv verwendeten Bildformate aus dokumentarischer Sicht. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sondern basiert auf langfristiger Praxiserfahrung und archivischer Zielsetzung.