Digikam

digiKam im Familienarchiv

digiKam ist ein leistungsfähiges, lokal betriebenes Fotomanagement, das sich
besonders für größere Bestände eignet. In einem digitalen Familienarchiv hilft
digiKam dabei, Fotos und Scans strukturiert zu verwalten, Metadaten konsistent
zu pflegen und Inhalte langfristig auffindbar zu halten.

Dieser Beitrag dokumentiert den Einsatz von digiKam im Familienarchiv – mit
Schwerpunkt auf einem stabilen Metadatenmodell. Dabei gilt als feste Regel:
Personen werden zwingend als XMP PersonInImage geführt
und nicht als normale Schlagwörter.

Inhalt

Überblick: Rolle von digiKam im Archiv

digiKam ist in diesem Kontext kein „Katalog zum Durchklicken“, sondern ein Werkzeug
für definierte Archivaufgaben:

  • Import und strukturierte Ablage in das Dateisystem
  • Metadatenpflege nach festen Regeln
  • Suche, Filter und Qualitätskontrolle über große Bestände

Wichtig ist: Die Archivwahrheit liegt nicht in einer Programmdatenbank, sondern
in den Dateien selbst. Metadaten werden daher konsequent in Datei bzw. XMP-Sidecar
geschrieben.

Sammlungen, Alben und Dateisystem

digiKam arbeitet mit Sammlungen, die auf physischen Ordnern im Dateisystem
basieren. Die Dateien bleiben dort dauerhaft liegen; digiKam verwaltet zusätzlich
eine Datenbank für Performance und Komfort.

  • Dateisystem: langfristige, transparente Ablage (stabil)
  • Sammlungen: Abbildung dieser Ablage in digiKam
  • Alben: logische Einheiten (z. B. Ereignisse oder Themen)

Für ein Archiv ist diese Trennung vorteilhaft: Auch ohne digiKam bleibt die Struktur
verständlich und nutzbar.

Import-Workflow (praxisnah)

Ein konsistenter Import ist entscheidend, um Dubletten, chaotische Ordner und
Metadatenbrüche zu vermeiden. Bewährt hat sich ein klarer Ablauf:

  1. Zwischenablage: Fotos/Scans zunächst in einen temporären Import-Ordner kopieren.
  2. Import: In digiKam importieren und an den Archivort verschieben.
  3. Vorsortierung: grob nach Jahr/Ereignis in die Zielstruktur einordnen.
  4. Qualitätscheck: offensichtliche Dubletten/Fehler früh entfernen.
  5. Metadaten: Titel, Beschreibung, Schlagwörter, Personen (PersonInImage) pflegen.
  6. Schreiben: Metadaten in Datei/XMP schreiben (nicht nur intern speichern).

Metadaten (EXIF/IPTC/XMP) im Familienarchiv

Metadaten bilden die semantische Schicht des Archivs. In der Praxis sind drei Ebenen relevant:

  • EXIF: technische Aufnahmedaten (Datum, Kamera) – in der Regel unverändert
  • IPTC: redaktionelle Felder (Titel, Beschreibung, allgemeine Keywords)
  • XMP: erweiterbarer Standard für Archivfelder (u. a. Personen, Hierarchien)

Für die Langzeitarchivierung ist entscheidend:
Metadaten müssen in Datei bzw. XMP-Sidecar gespeichert werden, damit sie bei
Toolwechsel, Export oder Backup erhalten bleiben.

Personenregel: ausschließlich XMP PersonInImage

Archivregel (verbindlich):

  • Personen werden ausschließlich als XMP PersonInImage gepflegt.
  • Personennamen erscheinen nicht als normale Schlagwörter/Keywords.
  • digiKam ist das führende Tool für Personenpflege und schreibt in XMP.

Diese Regel verhindert doppelte Namensführung, reduziert „Schlagwort-Rauschen“
und sorgt dafür, dass Personeninformationen klar, sauber und softwareunabhängig
im Archiv vorliegen.

ASCII-Grafik: Archivstruktur und Metadatenebenen

Die folgende Darstellung zeigt die Beziehung zwischen physischer Ablage,
digiKam-Sammlungen und Metadatenebenen.

Archiv-Verzeichnis (physisch)
│
├── Fotos
│   ├── 2020
│   ├── 2021
│   └── …
│
├── Scans
│   ├── Briefe
│   ├── Alben
│   └── …
│
└── Dokumente (optional, getrennt geführt)

digiKam (Arbeits- und Suchschicht)
│
└── Sammlungen / Alben (Abbildung der Ordner)

Metadaten (dauerhaft in Datei/XMP)
│
├── EXIF (technisch)
├── IPTC (Titel, Beschreibung, Keywords)
└── XMP (Archivfelder)
    └── PersonInImage (Personen, verbindlich)

digiKam-Galerie (dokumentarisch)

Die folgende Galerie beschreibt typische Ansichten und Arbeitsschritte in digiKam.
Die Abbildungen dienen der Dokumentation des Workflows und der Orientierung.

Sammlungen und Alben

Abbildung: digiKam – Sammlungsübersicht mit Jahresordnern und Ereignisalben

Alt-Text: Sammlungen in digiKam nach Jahren, darunter Ereignisalben innerhalb eines Jahres

Diese Ansicht verdeutlicht die Trennung zwischen physischer Ordnerstruktur
und logischer Organisation innerhalb von digiKam.

Metadaten-Editor (IPTC/XMP)

Abbildung: digiKam – Metadaten-Editor mit Titel, Beschreibung und Keywords

Alt-Text: Metadatenbearbeitung in digiKam mit IPTC/XMP-Feldern für Titel, Beschreibung und Schlagwörter

Hier werden redaktionelle Metadaten gepflegt, die später die Suche und Einordnung tragen.

Personenpflege (PersonInImage)

Abbildung: digiKam – Personenansicht / Zuordnung zu PersonInImage

Alt-Text: Personenverwaltung in digiKam mit Speicherung der Namen im XMP-Feld PersonInImage

Die Personeninformation wird konsequent als PersonInImage geführt und nicht als Keyword.

Schlagwort-Hierarchie

Abbildung: digiKam – hierarchische Schlagwörter (ohne Personennamen)

Alt-Text: Hierarchische Schlagwortstruktur in digiKam für Themen und Ereignisse, ohne Personenbegriffe

Schlagwörter dienen Themen, Orten und Ereignissen. Personen bleiben davon getrennt.

Suche und Filter

Abbildung: digiKam – Filter nach Datum, Keyword, Bewertung und PersonInImage

Alt-Text: Filteransicht in digiKam: Kombination aus Zeitraum, Schlagwort und PersonInImage zur Archivsuche

Durch kombinierte Filter lassen sich große Bestände gezielt durchsuchen, ohne die Ablage zu verändern.

Praxis-Checkliste

  • Sammlungen korrekt auf die Archivordner gelegt?
  • Import über definierten Workflow (nicht „Copy überall hin“)?
  • Titel und Beschreibung dort gesetzt, wo Kontext wichtig ist?
  • Schlagwörter konsistent (Themen/Ereignisse), ohne Personennamen?
  • Personen zwingend als XMP PersonInImage gepflegt?
  • Metadaten in Datei/XMP geschrieben (nicht nur intern)?
  • Stichprobe nach größeren Änderungen (mind. 10 Dateien, gemischt JPG/RAW+XMP)?
  • Backup vorhanden und geprüft?
Hinweis:
Diese Seite beschreibt den methodischen Einsatz von digiKam im digitalen Familienarchiv.
Es werden bewusst keine Skripte oder automatisierten Lösungen veröffentlicht, da solche
Implementierungen stark von Softwareversion, Systemumgebung und Datenbestand abhängen
und in anderen Umgebungen unerwünschte Nebenwirkungen haben können.