von ELO über paperless zum Langzeitarchiv

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ELO Professional ist ein leistungsfähiges DMS mit Workflows, Rechtekonzepten und GoBD-orientierter Ablage. Für meinen Anwendungsfall als Ein-Personen-Umgebung war das System langfristig jedoch zu schwergewichtig: proprietäre Datenhaltung, Windows-Client-Last und ein komplexer Backup-/Betriebsaufwand standen meinem Ziel einer transparenten, unabhängigen Langzeitablage entgegen.

Inhalt

Ausgangslage: ELO Professional im Alltag

ELO Professional bietet einen großen Funktionsumfang: Workflows, strukturierte Ablage, Rechteverwaltung und die Möglichkeit, Prozesse sauber abzubilden. In der Praxis zeigte sich für meinen Rahmen jedoch ein anderes Bild:

  • Proprietäre Datenhaltung und damit verbundenes Export-/Abhängigkeitsrisiko (Vendor Lock-in)
  • Windows-Client und damit mehr Betriebsaufwand als nötig
  • Backups/Recovery waren nicht so transparent und leicht kontrollierbar, wie ich es für ein Langzeitarchiv brauche

Kurz: ELO ist stark, aber für meinen persönlichen Archivansatz war es langfristig nicht die passende Balance aus Nutzen und Betriebskomplexität.

Migration zu Paperless-ngx

Die Ablösung durch Paperless-ngx war der logische nächste Schritt: ein webbasiertes Open-Source-System mit OCR, Volltextsuche und API-Anbindung. Für meinen Workflow war entscheidend:

  • Webzugriff statt Windows-Client
  • OCR + Volltextsuche als Kernfunktion im Arbeitsalltag
  • API als saubere Integrationsschnittstelle für Automatisierung und strukturierte Verarbeitung
  • Trennbarkeit zwischen „aktiver Arbeitsumgebung“ und „Langzeitablage“

Zielbild (Systemlogik)

Paperless-ngx nutze ich als aktive Arbeitsumgebung für Erkennung, Klassifizierung und Verschlagwortung. Die langfristige Ablage erfolgt bewusst transparent außerhalb eines proprietären DMS.

  • Debian Server (Docker): Paperless-ngx als Arbeitsumgebung
  • Synology NAS: DMS-Light für transparente Langzeitablage im Dateisystem

Langzeitarchiv: DMS Light auf Synology NAS

Für die dauerhafte Aufbewahrung nutze ich ein „DMS Light“ auf Basis der Synology-NAS, kombiniert mit Synology Drive und Synology Search. Der Vorteil: Dateien liegen im Original-Dateisystem, sind jederzeit zugreifbar und bleiben auch ohne Datenbank lesbar.

Vorteil

100 % transparente, zukunftssichere Ablage – ohne Vendor Lock-in.

Vergleich: ELO vs Paperless-ngx vs DMS Light

Die folgende Tabelle zeigt die Rollenverteilung der Systeme in meinem Setup: ELO als proprietäres Voll-DMS, Paperless-ngx als Arbeitsumgebung und DMS-Light als transparente Endablage.

Kriterium ELO Professional Paperless-ngx DMS Light (Synology)
Lizenz / Kosten Proprietär, kostenpflichtig Open Source Inklusive NAS
Datenhaltung Datenbank / proprietäre Formate Datenbank + OCR-Index Dateisystem (z. B. PDF/A + Metadaten)
Zugriff / Oberfläche Windows-Client Webbrowser (Docker) Dateimanager + Search
Automatisierung Workflow-Engine API + Regeln/Automatisierungen manuell / einfache Hilfsprozesse
Langzeitverfügbarkeit Proprietär Mittel (Export nötig) Hoch, transparent

Meine Empfehlung

  • ELO Professional ist mächtig, aber für Einzelnutzer oft überdimensioniert.
  • Paperless-ngx ist ideal als aktive Arbeitsumgebung für OCR, Tagging und Automatisierung.
  • DMS Light bildet die stabile, transparente Endablage im Dateisystem.

Mein Fazit: Die Kombination aus Paperless-ngx und einer klar strukturierten DMS-Light-Endablage vereint Automatisierung und Zukunftssicherheit – ohne Lizenzkosten und ohne Intransparenz.

Lizenz & Nutzung

Dieser Beitrag (inklusive Vergleichsinhalte) steht unter der MIT License (MIT). Kurzfassung: frei verwenden, verändern und weitergeben – mit Angabe des Urhebers.

Hinweis:
Diese Seite beschreibt methodische Workflows. Es werden bewusst keine Skripte oder Programmierungen veröffentlicht,
da individuelle Automationen in anderen Umgebungen mehr Schaden als Nutzen bringen können.