Quellen sauber angeben – Zitate, Bilder und Screenshots im privaten Digitalarchiv

„Gut geklaut ist besser als schlecht selbst gemacht“ ist ein oft zitierter Satz, der provokant klingt und schnell missverstanden wird. Im dokumentarischen und archivischen Kontext geht es dabei nicht um das unkritische Kopieren fremder Inhalte, sondern um den bewussten und sauberen Umgang mit vorhandenen Quellen.

Dieser Beitrag ordnet das Zitat inhaltlich ein und beschreibt praxisnah, wie fremde Texte, Bilder oder Ideen korrekt übernommen, gekennzeichnet und langfristig archiviert werden können.

Kurzfassung
Nicht das Kopieren ist das Problem, sondern fehlende Kennzeichnung. Sauber zitierte und nachvollziehbar eingeordnete Inhalte sind archivisch wertvoller als schlecht formulierte Eigenkreationen ohne Quellenbezug.

Inhalt

Einordnung des Zitats

Das Zitat wird häufig ironisch oder provokant verwendet. Wörtlich verstanden wäre es eine Aufforderung zum Diebstahl geistiger Leistungen. In seinem ursprünglichen Sinn zielt es jedoch auf etwas anderes ab: auf das Nutzen vorhandenen Wissens statt auf schlecht gemachte Eigenlösungen.

Gerade in technischen, dokumentarischen oder archivischen Kontexten ist das Übernehmen bewährter Konzepte oft sinnvoller als deren erneute, fehleranfällige Neuerfindung.

Was mit „gut geklaut“ tatsächlich gemeint ist

„Gut geklaut“ bedeutet nicht heimlich kopiert, sondern fachlich korrekt übernommen. Dazu gehören:

  • klare Kennzeichnung fremder Inhalte
  • nachvollziehbare Quellenangaben
  • eigene Einordnung oder Kommentierung
  • Respekt vor Urheberschaft und Kontext

In diesem Sinne ist das „Kopieren“ kein Makel, sondern ein bewusstes Arbeiten mit vorhandenem Wissen.

Merksatz
Gut übernommen heißt: Quelle nennen, Kontext erhalten, eigene Aussage klar abgrenzen.

Abgrenzung: Inspiration, Zitat, Kopie

Form Merkmal Archivisch sauber
Inspiration Idee übernommen, Text neu formuliert ja
Zitat wörtliche Übernahme mit Quellenangabe ja
Kopie wörtlich ohne Kennzeichnung nein

Archivisch problematisch ist nicht die Nutzung fremder Inhalte, sondern deren fehlende oder unklare Kennzeichnung.

Zitate und Quellen im Archiv richtig nutzen

In einem digitalen Archiv werden fremde Inhalte bewusst als solche behandelt. Zitate erfüllen dabei eine dokumentarische Funktion: Sie belegen, woher eine Information stammt und warum sie relevant ist.

  • wörtliche Zitate klar als solche kennzeichnen
  • Quelle eindeutig benennen (Autor, Werk, Kontext)
  • eigene Ergänzungen sprachlich abgrenzen
  • Zitate nicht verfälschen oder aus dem Zusammenhang reißen

Besonderheiten bei Bildern und Screenshots

Bei Bildern, Screenshots oder Grafiken ist die Herkunft oft weniger offensichtlich als bei Texten. Gerade deshalb ist eine saubere Zuordnung besonders wichtig.

  • Quelle direkt am Bild oder im Begleittext nennen
  • eigene Screenshots als solche kennzeichnen
  • bei unbekannter Herkunft Zurückhaltung üben
Hinweis
Ein Screenshot ist kein eigenes Werk, nur weil er selbst erstellt wurde. Der dargestellte Inhalt bleibt fremd.

Dokumentarischer Workflow im Archiv

Quelle sichten
      ↓
Übernahme prüfen
      ↓
Zitat / Nutzung kennzeichnen
      ↓
Eigene Einordnung ergänzen
      ↓
Langfristig archivieren

Dieser Ablauf stellt sicher, dass Inhalte auch Jahre später noch verständlich, überprüfbar und einordenbar bleiben.

Praxis-Checkliste

  • Fremde Inhalte immer als solche kennzeichnen
  • Quellen so angeben, dass sie später nachvollziehbar sind
  • Zitat und eigene Aussage klar trennen
  • Keine fremden Inhalte als eigene ausgeben
  • Lieber sauber zitieren als schlecht neu formulieren

Archivischer Hinweis

Dieser Beitrag versteht das Zitieren fremder Inhalte als dokumentarische Technik.
Ziel ist nicht Originalität, sondern Nachvollziehbarkeit, Ordnung und langfristige Einordnungsfähigkeit.