Bilder archivieren – Grundlagen, Anspruch und Zielsetzung

Die Archivierung von Bildern ist kein Nebenprodukt der Fotografie, sondern eine eigenständige Aufgabe. Ziel eines Bildarchivs ist nicht die kurzfristige Nutzung, sondern die langfristige Erhaltung von Bildinformationen – unabhängig von Software, Geräten oder aktuellen Trends.

Dieser Beitrag beschreibt die grundlegenden Leitlinien, nach denen ich mein Bildarchiv aufgebaut habe. Er dient als konzeptionelle Grundlage für alle nachfolgenden Artikel zu Formaten, Workflows, Scannern und Sicherungsmechanismen.

Ziel eines Bildarchivs

Ein Bildarchiv soll Bilder dauerhaft erhalten, eindeutig identifizierbar machen und unabhängig von einzelnen Programmen nutzbar halten. Es unterscheidet sich damit bewusst von Arbeitsverzeichnissen, Mediatheken oder Veröffentlichungsplattformen.

Im Vordergrund stehen:

  • Langfristige Lesbarkeit der Dateien
  • Trennung von Archiv und Bearbeitung
  • Verlässliche Metadaten direkt in der Datei
  • Nachvollziehbare Ablage- und Sicherungsstrukturen

Archiv, Bearbeitung und Veröffentlichung

Ein häufiger Fehler besteht darin, Archiv, Bearbeitung und Veröffentlichung zu vermischen. Ein Archiv ist kein Katalog, keine Galerie und kein Backup-Ordner für soziale Medien.

Das Archiv enthält ausschließlich die langfristig relevanten Bilddaten. Bearbeitete Varianten, Exporte oder Veröffentlichungen sind davon klar getrennt und jederzeit reproduzierbar.

Dateien statt Datenbanken

Ein zentrales Prinzip ist die Bindung aller relevanten Informationen an die Bilddatei selbst. Metadaten müssen auch dann erhalten bleiben, wenn Dateien verschoben, kopiert oder unabhängig von einer bestimmten Software genutzt werden.

Externe Datenbanken oder proprietäre Kataloge werden bewusst nicht als alleinige Informationsquelle genutzt.

Langfristige Perspektive

Ein Bildarchiv ist keine Momentaufnahme. Entscheidungen zu Formaten, Ablage und Sicherung werden unter der Annahme getroffen, dass Bilder auch in Jahrzehnten noch nutzbar sein sollen.

Technische Entwicklungen, neue Werkzeuge oder zukünftige Anforderungen werden dabei bewusst einkalkuliert.

Hinweis:
Dieser Beitrag beschreibt bewusst nur die konzeptionellen Grundlagen. Konkrete Formate, Scanner, Softwarelösungen und Sicherungsstrategien werden in separaten Fachartikeln behandelt und hier gezielt verlinkt.