Flachbett- vs. Filmscanner – welcher Typ eignet sich für ein digitales Archiv?
Wer ein digitales Archiv aufbaut, steht früh vor der Frage, welcher Scannertyp dafür geeignet ist. Besonders häufig werden Flachbettscanner und Filmscanner miteinander verglichen. Beide verfolgen unterschiedliche technische Ansätze und sind für verschiedene Aufgaben optimiert. Dieser Beitrag ordnet die Unterschiede aus archivischer Sicht ein und hilft bei einer sachlichen Entscheidung.
Inhaltsverzeichnis
- Grundsätzlicher Unterschied der Scannertypen
- Flachbettscanner – flexibel, aber mit Grenzen
- Filmscanner – spezialisiert auf maximale Qualität
- Qualität, Auflösung und Detailtiefe
- Einordnung im Archiv-Workflow
- Welche Lösung ist archivisch sinnvoll?
Grundsätzlicher Unterschied der Scannertypen
Der wesentliche Unterschied zwischen Flachbett- und Filmscannern liegt im Einsatzzweck. Flachbettscanner sind universell ausgelegt und können Papierbilder, Dokumente, Bücher sowie – mit Einschränkungen – auch Filme und Dias verarbeiten. Filmscanner hingegen sind konsequent auf Kleinbild-Filmformate spezialisiert und verzichten zugunsten maximaler Qualität auf Vielseitigkeit.
Flachbettscanner – flexibel, aber mit Grenzen
Flachbettscanner sind im Archivkontext besonders dann sinnvoll, wenn unterschiedliche Vorlagen verarbeitet werden müssen. Papierbilder, Fotoalben, gebundene Dokumente oder Sonderformate lassen sich nur mit dieser Scannerbauart sinnvoll erfassen.
Viele Flachbettscanner verfügen über Durchlichteinheiten für Dias und Negative. Diese Erweiterung ermöglicht die Digitalisierung kleinerer Filmbestände, erreicht jedoch nicht die optische Präzision spezialisierter Filmscanner. Die effektive Auflösung und der nutzbare Dichteumfang sind konstruktionsbedingt begrenzt.
Archivisch betrachtet eignen sich Flachbettscanner vor allem für Papierabzüge, Alben und gemischte Bestände, bei denen Flexibilität und Formatvielfalt wichtiger sind als maximale Detailtreue.
Filmscanner – spezialisiert auf maximale Qualität
Filmscanner sind ausschließlich für Kleinbild-Negative und Dias konzipiert. Sie arbeiten mit präziser Filmführung, hoher optischer Auflösung und großem Dichteumfang. Dadurch lassen sich feine Details, Kornstrukturen und Tonwertabstufungen erfassen, die bei Flachbettscannern verloren gehen.
Zusätzlich unterstützen viele Filmscanner spezielle Scanverfahren wie Mehrfachabtastung sowie infrarotbasierte Staub- und Kratzererkennung. Diese Funktionen sind insbesondere bei gealtertem Filmmaterial archivisch relevant.
Der Nachteil dieser Bauart liegt in der eingeschränkten Einsatzbreite: Papierbilder, Alben oder Sonderformate lassen sich mit Filmscannern nicht digitalisieren.
Qualität, Auflösung und Detailtiefe
Für ein digitales Archiv ist nicht die nominelle dpi-Zahl entscheidend, sondern die tatsächlich erreichbare optische Auflösung und der Dichteumfang. Filmscanner erreichen hier deutlich höhere Werte und sind daher für die langfristige Sicherung von Negativen und Dias die bevorzugte Wahl.
Flachbettscanner liefern bei Papierbildern sehr gute Ergebnisse, stoßen jedoch bei Filmmaterial physikalisch an Grenzen. Für archivische Zwecke sollte daher konsequent zwischen Filmoriginal und Papierabzug unterschieden werden.
Einordnung im Archiv-Workflow
In der Praxis haben sich getrennte Workflows bewährt. Filme und Dias werden mit einem Filmscanner digitalisiert und als hochwertige Rohdaten archiviert. Papierbilder, Alben und Dokumente werden mit einem Flachbettscanner erfasst.
Diese Trennung vermeidet technische Kompromisse und ermöglicht eine nachvollziehbare, langfristig stabile Archivstruktur.
Welche Lösung ist archivisch sinnvoll?
Die Frage „Flachbett oder Filmscanner“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Für ein ernsthaftes digitales Archiv ist nicht ein einzelnes Gerät entscheidend, sondern die Kombination geeigneter Werkzeuge.
Flachbettscanner sind unverzichtbar für Papiermaterial und Alben. Filmscanner sind die erste Wahl für Negative und Dias, wenn Qualität und Zukunftssicherheit im Vordergrund stehen. Ein bewusst getrennter Einsatz beider Scannertypen entspricht archivischer Praxis und verhindert spätere Qualitätsverluste.
Dieser Beitrag stellt keine Kaufberatung dar. Er beschreibt eine archivische Einordnung von Scannertypen im Kontext langfristiger digitaler Archivierung.
KI-generiertes Bild mit DALL·E (OpenAI) via ChatGPT, basierend auf eigener Bildidee
Eric Beuchel