Privat, intern, öffentlich – Zugriffsbereiche im Familienarchiv
Ein digitales Familienarchiv ist kein statisches Gebilde. Inhalte werden ergänzt, neu bewertet und teilweise auch bewusst zurückgehalten. Eine der zentralen Fragen lautet daher: Wer darf was sehen – heute und in Zukunft?
Klare Zugriffsbereiche helfen, Ordnung zu schaffen, Verantwortung wahrzunehmen und spätere Konflikte zu vermeiden. Sie sind keine technische Spielerei, sondern ein grundlegendes Strukturprinzip.
Warum Zugriffsbereiche notwendig sind
Familienarchive enthalten personenbezogene, teils sehr private Informationen. Ohne klare Abgrenzung verschwimmen die Grenzen zwischen Erinnerung, Dokumentation und Veröffentlichung.
Was heute selbstverständlich geteilt wird, kann in zehn oder zwanzig Jahren als unangebracht oder problematisch empfunden werden. Zugriffsbereiche schaffen hier eine bewusste Trennung.
Der private Bereich
Der private Bereich bildet den Kern eines digitalen Familienarchivs. Er enthält Inhalte, die ausschließlich für den Archivverantwortlichen bestimmt sind.
Typische Inhalte sind:
- Rohdaten und Arbeitsstände
- persönliche Notizen und Bewertungen
- sensibles Bildmaterial ohne Freigabe
- Scans von Originaldokumenten
Dieser Bereich ist nicht für Weitergabe oder Präsentation gedacht. Er dient der Sicherung, Einordnung und Vorbereitung.
Der interne Bereich
Der interne Bereich richtet sich an einen klar definierten Personenkreis, etwa Familienmitglieder oder direkte Nachkommen.
Hier befinden sich Inhalte, die geteilt werden dürfen, jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Dazu zählen beispielsweise:
- Familienfotos mit identifizierbaren Personen
- chronologische Dokumentationen
- biografische Zusammenstellungen
Dieser Bereich erfordert besonders klare Regeln. Nicht jedes Familienmitglied hat automatisch Zugriff auf alle Inhalte. Transparenz und Abstimmung sind hier wichtiger als technische Lösungen.
Der öffentliche Bereich
Der öffentliche Bereich umfasst Inhalte, die bewusst freigegeben werden. Er ist die sichtbarste, aber zugleich kleinste Ebene des Archivs.
Typische Inhalte sind:
- historische Aufnahmen ohne schützenswerte Personen
- landschaftliche oder sachbezogene Bilder
- ausgewählte Dokumentationen mit Kontext
Jede Veröffentlichung sollte nachvollziehbar begründet sein. Ein einmal öffentlich zugänglicher Inhalt lässt sich nur schwer wieder vollständig zurückziehen.
Trennung durch Struktur statt durch Kopien
Zugriffsbereiche bedeuten nicht zwangsläufig separate Archive oder doppelte Dateien. Entscheidend ist die logische Trennung – etwa durch Metadaten, Klassifizierungen oder klare Ordnerkonzepte.
So bleibt ein Archiv konsistent, ohne unnötige Redundanzen zu erzeugen.
Zugriffsbereiche sind keine starren Regeln. Sie sollten regelmäßig überprüft und an familiäre, rechtliche und gesellschaftliche Veränderungen angepasst werden.


KI-generiertes Bild mit DALL·E (OpenAI) via ChatGPT, basierend auf eigener Bildidee