TIFF oder DNG

Einleitung

Digitale Bilder liegen in unterschiedlichen Dateiformaten vor, die sich in Aufbau, Zweck und Langzeiteignung unterscheiden. Für ein nachhaltiges Bildarchiv ist die Wahl des geeigneten Formats eine grundlegende Entscheidung.

Besonders häufig stehen TIFF und DNG im Fokus, wenn es um hochwertige Speicherung, verlustarme Verarbeitung und langfristige Archivierung geht. Beide Formate verfolgen unterschiedliche Konzepte und erfüllen verschiedene archivische Anforderungen.

Grundlagen zu Bilddateiformaten

Ein Bilddateiformat definiert, wie Bilddaten gespeichert, komprimiert und mit Zusatzinformationen versehen werden. Neben dem eigentlichen Bildinhalt spielt die Unterstützung von Metadaten sowie die Offenheit des Formats eine zentrale Rolle.

Für die Archivierung sind insbesondere Stabilität, Standardisierung und langfristige Lesbarkeit entscheidend, weniger kurzfristige Bearbeitungsvorteile oder softwareabhängige Funktionen.

Das TIFF-Format

TIFF (Tagged Image File Format) ist ein etabliertes, weit verbreitetes Bildformat für hochwertige, unkomprimierte oder verlustfrei komprimierte Bilddaten. Es wird seit Jahrzehnten in professionellen Archiven, der Druckvorstufe und der Bildverarbeitung eingesetzt.

TIFF speichert Bilddaten pixelbasiert und eignet sich besonders für fertig entwickelte Bilder, bei denen keine kamerarohdatenbasierte Nachbearbeitung mehr vorgesehen ist.

Metadaten können direkt in der Datei gespeichert werden. Das Format gilt als stabil, gut dokumentiert und systemübergreifend lesbar.

Das DNG-Format

DNG (Digital Negative) ist ein offenes Rohdatenformat, das ursprünglich entwickelt wurde, um proprietäre Kamera-RAW-Formate zu vereinheitlichen. Es speichert die ursprünglichen Sensordaten einer Aufnahme.

DNG erlaubt eine spätere verlustfreie Entwicklung des Bildes und enthält neben den Rohdaten auch umfangreiche Metadaten. Diese können direkt in der Datei gespeichert werden, ohne auf externe Sidecar-Dateien angewiesen zu sein.

Als dokumentiertes und offenes Format bietet DNG eine höhere Zukunftssicherheit als viele herstellerspezifische RAW-Formate.

Technischer Vergleich von TIFF und DNG

TIFF speichert bereits entwickelte Bilddaten, während DNG Rohdaten enthält. Daraus ergibt sich ein grundlegender Unterschied in der Flexibilität der späteren Bildverarbeitung.

TIFF-Dateien sind in der Regel größer, da sie vollständige Bildinformationen in hoher Farbtiefe enthalten. DNG-Dateien sind meist kompakter, da sie die Sensordaten effizient speichern.

Beide Formate unterstützen eingebettete Metadaten und gelten als offen dokumentiert, was sie grundsätzlich archivtauglich macht.

Archivische Bewertung der Formate

Aus archivischer Sicht ist entscheidend, ob ein Format langfristig lesbar, standardisiert und unabhängig von einzelner Software bleibt. Sowohl TIFF als auch DNG erfüllen diese Grundanforderungen.

TIFF eignet sich besonders für die Archivierung finaler Bildstände, bei denen keine erneute Entwicklung vorgesehen ist. Das Bild ist visuell festgelegt und unabhängig von RAW-Interpretationen.

DNG eignet sich für Archive, die den ursprünglichen Aufnahmezustand erhalten wollen. Die Rohdaten bleiben vollständig erhalten und ermöglichen auch zukünftig eine erneute Entwicklung mit anderen Werkzeugen.

Praktische Einordnung im Archivkontext

In vielen Archiven existieren beide Formate parallel, da sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen. DNG repräsentiert den digitalen Negativzustand, TIFF das entwickelte Endbild.

Für eine langfristige Strategie ist weniger das einzelne Format entscheidend als die klare Definition, welche Rolle das jeweilige Format im Archiv übernimmt.

Wichtig ist, dass Metadaten konsistent eingebettet sind und nicht ausschließlich von externer Software abhängen.

Zusammenfassung

TIFF und DNG sind keine konkurrierenden, sondern komplementäre Formate mit unterschiedlichen Stärken. Beide können Teil eines nachhaltigen Archivkonzepts sein.

Die Wahl des Formats sollte sich an der archivischen Zielsetzung orientieren: Bewahrung des entwickelten Bildes, Erhalt der Rohdaten oder eine Kombination aus beidem.


Hinweis zum Archivkontext: Dieser Beitrag ordnet die Bildformate TIFF und DNG aus dokumentarischer und archivischer Sicht ein. Er verzichtet bewusst auf konkrete Software-Workflows oder Bearbeitungsempfehlungen.

Gültigkeit: Die beschriebenen Eigenschaften und Einordnungen basieren auf offenen Formatstandards und behalten auch bei zukünftigen Software- oder Systemwechseln ihre Relevanz.